von Harald Jansen
Über 30 Grad im Schatten; da fällt es einem schon schwer, den Bogen zum Hallenhandball zu spannen. Aber seit gut zwei Wochen haben die Mädels des Handball-Regionalligisten Königsborner SV wieder die Vorbereitung auf die kommende Saison 2026-2027 aufgenommen. KSV-Trainer Kai Harbach hatte zuletzt das Training aufgrund der Temperaturen auf dem schattigen Beachplatz hinter der Halle angesetzt. Und neben der „Stammtruppe“ gab es zwei neue Gesichter zu entdecken. Und auch eine „Ehemalige“ trat wieder zum KSV-Training an. Eine Spielerin fehlte allerdings noch. „Sophia Bücker muss ich noch einer Operation unterziehen und wird daher erst einmal noch ausfallen“, so Harbach. Doch die ehemalige Zweitligaspielerin vom TuS Lintfort, die letzte Saison beim Ligakonkurrenten ASC Dortmund spielte, stößt im Laufe der Vorbereitung zum Kader und wird das Team in der neuen Saison verstärken.
Direkt zum Trainingsauftakt konnte Harbach bereits Carlotta Schimanski und Natascha Schroth begrüßen.
Mit Carlotta Schimanski (auf dem Foto rechts; Jahrgang 2007) bekommt der KSV eine Verstärkung auf der Kreisposition. Carlotta feirte zuletzt mit der zweiten Mannschaft des ASC Dortmund den Aufstieg in die Verbandsliga, hat ihre handballerischen Wurzeln aber in Ahlen. Beim ASC hat sie dann die oberen Jugendteams durchlaufen. „Ich wollte einfach noch etwas mehr. Und über meinen Bruder kam der Kontakt mit Kai zu Stande“, schildert Carlotta die ersten Schritte, um ihre Wunschposition am Kreis demnächst auch beim KSV auszuüben: „Ich möchte hier erst einmal ankommen, mich zurechtfinden und weiterentwickeln. Und da lass ich einiges erstmal auf mich zukommen“. Dem Team traut die Studentin der Wirtschaftswissenschaften auch in der neuen Serie einen Platz „im oberen Bereich“ zu. Wie hier üblich, gibt es auch einige Zahlen. So stehen für Carlotta in der abgelaufenen Spielzeit im ASC-Trikot 26 Tore ohne 7m in 20 Spielen in der Statistik, was letztlich 1,3 Tore pro Spiel bedeutet.
Ebenfalls neu im blauen KSV-Trikot ist Natascha Schroth (auf dem Foto links; Jahrgang 2004). Mit der Rechtshänderin wechselt ein absolutes Urgestein des HTV Hemer erstmals den Verein. „Ich habe in Hemer seit 2008 gespielt“, führt Natascha Schroth aus, deren Familie lange ganz fest im Verein aus dem Sauerland eingebunden war: „Früher habe ich auf Linksaußen gespielt. Doch dann bin ich in den Rückraum generell gewechselt“. Ihre Position beim KSV sieht Natascha „überall da, wo ich gebraucht werde“. Und auch die Frage nach dem Kontakt zum KSV war schnell geklärt. „Kai war früher Trainer von meinem Freund und so sind die Kontakte entstanden. Am Ende habe ich mich zum Wechsel entschlossen. Ich wollte auf jeden Fall wieder eine Liga höher spielen“. Der HTV Hemer spielte letzte Saison nach dem Abstieg in der Oberliga. Natascha Schroth will aber auch erstmal in dem für sie neuen Team Fuß fassen, traut der Mannschaft in der Saison aber einiges zu: „Da ist vieles möglich“. Beruflich macht sie ein duales Studium Marketing und digitale Medien und arbeite bei einer Unternehmensberatung in Schwerte.
Beim HTV Hemer in der Oberliga war Natascha in der letzten Saison in 14 Spielen 57-mal erfolgreich (36 7m). Eine Quote von 4,0 Toren pro Spiel.
Und auch Eileen Axtmann ist wieder beim KSV. Mit Beginn 2025 wechselte sie zur PSV Recklinghausen in die dritte Liga. In der Restsaison 2024/2025 stehen für Eileen Axtmann 15 Treffer in 9 Spielen in der Statistik. Die wieselflinke Linkshänderin wurde aber in der letzten Saison bei der PSV durch eine Schulterverletzung zurückgeworfen. Beim KSV steigt die 28-jährige nun beim KSV auch zunächst erst einmal in die Vorbereitung mit ein. „Da müssen wir sehen, wie es geht“, sagt Kai Harbach zu diesem Thema. Die Position auf Rechtsaußen ist aktuell mit Lisa Albrecht und Emilie Krumschied doppelt besetzt, aber Axtmann hat in der Vergangenheit beim KSV auch schon einige Male auf Rückraum rechts agiert.
Leider muss der Coach, der auch weiterhin die Unterstützung von Torwarttrainer Tim Andler bekommt, in der neuen Spielzeit auf zwei Spielerinnen verzichten. So hat Emily Schmitz ihre Karriere zumindest vorerst ruhen lassen. Und auch Emily Ritter, die nach dem Rückzug des HC TuRa Bergkamen zum KSV kam, fällt aufgrund eines Auslandsjahres aus. Auch einige Ausfälle muss der Coach schlucken. So muss sich Celine Pelz einer Schulter-OP unterziehen und auch die Knieverletzung von Leonie Schmitz macht noch einige Sorgen.
In der Regionalliga Westfalen hat es zur neuen Spielzeit einige Änderungen gegeben. So geht die Liga zukünftig nur noch mit zwölf Teams an den Start. Das bedeutet erst einmal mit 22 Partien vier Ligaspiele weniger als in den letzten Jahren. In der dritten Liga tritt nach erfolgreicher Aufstiegsrunde Vizemeister Borussia Dortmund II an, den man am letzten Spieltag der abgelaufenen Serie in der eigenen Kreissporthalle mit einer 35:30-Niederlage Richtung dritte Liga verabschiedet hat. Überhaupt, der vierte Platz in der Endtabelle stellt für den dreimaligen Westfalenmeister aus der Kreisstadt eine überragende Leistung dar. Neu in der Regionalliga sind die Aufsteiger Westfalia Kinderhaus und HSC Haltern/Sythen.