von Harald Jansen
Für die heimischen Fans des Frauenhandballs ist ein Spiel leider nun nur noch Geschichte. Das immer wieder brisante Derby in der höchsten westfälischen Spielklasse zwischen dem HC TuRa Bergkamen und dem Königsborner SV wird es in dieser Form zumindest in absehbarer Zeit nicht mehr geben. Am Samstag hätte in der Unnaer Kreissporthalle das Rückspiel stattfinden sollen, doch das Team des HC TuRa wurde vor einigen Wochen von der Regionalliga zurückgezogen. Es soll dort ein Neuanfang in der Verbandsliga geben.
Handball-Regionalliga Frauen
Königsborner SV – HC TuRa Bergkamen ausgefallen
Seit dem Wiederaufstieg des KSV in die Oberliga 2014 gab es diese Partie insgesamt 17-mal. Ein Jahr vorher hatte Bergkamen erstmals den Sprung in die höchste westfälische Spielklasse geschafft und gehörte danach bis zu dieser laufenden Saison dieser Liga an.
In den Spielzeiten 2014/15 und 2015/16 stand beim KSV Sandra Rother an der Seitenlinie. Von den ersten vier Derbys gingen drei an Bergkamen und eine Partie endete Remis. Und auch der dann neue KSV-Coach Ragulan Srijevaghan zog in der Saison 2016/17 mit 28:31 und 19:25 zweimal den Kürzeren. In der Saison 2017/18 übernahm Kai Harbach das Kommando auf der KSV-Brücke. Mit 21:16 gelang dabei der erste KSV-Sieg im Derby auch wenn das Hinspiel in Bergkamen mit 18:22 verloren ging. In der Folgesaison 2018/19 machte Königsborn sein Meisterstück und stieg mit Coach Kai Harbach in die dritte Liga auf. Aber die beiden Derbys sicherte sich mit 19:18 und 28:27 der HC TuRa, der während der ganzen Zeit von Ingo Wagner trainiert wurde.
Das Derby machte nun drei Jahre Pause, da Königsborn in dieser Zeit in der dritten Liga spielte. In der Saison 2022/23 ging es schließlich weiter. In der Zwischenzeit hatte das Ehepaar Sabrina und Andre Brandt das Traineramt in Bergkamen übernommen, die das auch bis zur Abmeldung ausübten. Und Königsborns neuer Coach hieß in dieser Spielzeit Dirk Nordberg. Beide Derbys gingen mit 39:28 und 26:20 klar an den KSV. Und auch in den beiden Folgejahre siegte jeweils Königsborn. In der letzten Spielzeit wurde es in Bergkamen beim 33:31-Erfolg des KSV nochmal richtig eng. Drei Spielerinnen trafen dabei zweistellig. Bei Königsborn waren dies Jona Krollmann (12) und Hanna Wrede (10). Noch erfolgreicher war damals Bergkamens Emily Ritter mit 16 Toren. Emily spielt nun nach dem Rückzug des HCT für den KSV.
Das vorerst letzte Derby war das Hinspiel der laufenden Saison, das Königsborn in Bergkamen klar mit 40:28 für sich entscheiden konnte.
So endet die Tradition dieses Spiel schiedlich friedlich. Jedes Team konnte bei einem Remis jeweils acht Siege einfahren.